Glossar

Adressverifizierung

Bei der Adressverifizierung werden bestehende Adressdaten mittels umfangreicher Konsumenten- oder Unternehmensdatenbanken abgeglichen. Falsche Adressen werden korrigiert und ggf. ergänzt.

Auffälligkeitsindex (AI)

Der Auffälligkeits-Index verarbeitet Ereignisse, die nicht oder nur teilweise in die Bonität einfließen. Der Index wird für kleine und mittlere Unternehmen berechnet, wenn entsprechende Informationen vorliegen.

Berücksichtigt werden u.a. Veränderungen in der Geschäftsführung, Gesellschafterverhältnisse, Beteiligungen, ungewöhnliche Geschäftsentwicklungen, die Häufung von Anfragen und Auffälligkeiten, die in der Recherche ermittelt wurden.

Der Wert 1 zeigt an, dass keine Auffälligkeiten vorliegen. Werte bis 5 werden maschinell ermittelt. Der Wert 6 zeigt einen Hinweis aus der Recherche an. Wir empfehlen bei einem Auffälligkeits-Index ab 2 eine manuelle Prüfung.

Maschinell ermittelte Ereignisse werden automatisch angezeigt. Hinweise aus der Recherche finden sich im Text der Auskunft.

Beispiel AI

Ausfallwahrscheinlichkeit

Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist die prozentuale Wahrscheinlichkeit, mit der ein Unternehmen innerhalb der nächsten 12 Monate in die schlechteste Bonitätsklasse abfällt bzw. mit seinen Zahlungen ausfallen wird.

Auskunftei

Eine Auskunftei ist ein Dienstleistungsunternehmen, welches Auskünfte über die wirtschaftliche Betätigung, Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit von Unternehmen und Privatpersonen erfasst, um unternehmerische Risiken (z.B. bei Geschäftsabschlüssen) möglichst gering zu halten. Diese Informationen werden in Dateien gespeichert und gegen Entgelt an anfragende und berechtigte Dritte schriftlich oder im automatisierten Verfahren weitergegeben.

Die Nutzung von Auskunfteien ist mittlerweile ein effektives Hilfsmittel für die Risikoeinschätzung unbekannter Neukunden. Bürgel ist eine der führenden Auskunfteien in Deutschland und hat aufgrund strategischer Kooperationen oder konzerninterner Gesellschaften teils exklusiven Zugang zu Datenquellen mit Bonitätsdaten. Bürgel verfügt über Inkassodaten von führenden deutschen Inkassounternehmen, zum Beispiel EOS Information, sowie aus der Bürgel-Gruppe.

Auslandsinkasso

Zur Beitreibung Ihrer länderübergreifenden Forderungen bedienen wir uns unserer internationalen Inkasso-Partner. Sie kennen die landesspezifischen Rechtssysteme und Fälligkeiten. Durch die Daten renommierter internationaler Wirtschaftsauskunfteien sind wir über Ihre ausländischen Schuldner bestens informiert.

Berechtigtes Interesse

Gemäß § 29 Abs. 2 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist die Übermittlung personenbezogener Daten nur zulässig, wenn der Empfänger der Daten ein berechtigtes Interesse an ihrer Kenntnis glaubhaft dargelegt hat und kein Grund zu der Annahme besteht, dass der Betroffene ein schutzwürdiges Interesse am Ausschluss der Übermittlung hat.

Was ist ein „berechtigtes Interesse“?
Gemäß Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) muss stets ein berechtigtes Interesse am Empfang einer Auskunft bestehen. Vor jedem Auskunftsbezug ist das berechtigte Interesse vom Datenempfänger anzugeben und wird von Bürgel regelmäßig überprüft. Bürgel kennt folgende vier Anfragegründe, die den anfragenden Kunden den Auskunftsbezug erlauben: Kreditanfrage, Bonitätsprüfung, Geschäftsanbahnung, Forderung.

„Kreditanfrage“ Anwendungsbereiche:

  • Im Neu- und/oder Bestandskundengeschäft bei Kreditentscheidung (beantragter Kredit)Bestimmung von Kreditlimits
  • Erbringung einer Vorleistung

„Bonitätsprüfung“ Anwendungsbereiche:

  • Bei bestehender Geschäftsverbindung: Konkreter Vertragsabschluss im Bestandskundengeschäft
  • Hinweise auf Veränderung der wirtschaftlichen Situation beim Vertragspartner oder Erweiterung der Geschäftsbeziehung
  • Überprüfung der Schuldnerbonität

„Geschäftsanbahnung“ Anwendungsbereiche:

  • Beabsichtigte oder konkret bevorstehende Geschäftsbeziehung, insbesondere bei Lieferung auf Rechnung oder Ratenzahlungskauf (Neukundengeschäft)
  • Ist der Vertragspartner finanziell in der Lage, die Verpflichtungen aus dem bevorstehenden Geschäft zu bedienen

„Forderung“ Anwendungsbereiche:

  • Forderungseinzug: Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, ob eine Forderung realisiert werden kann
  • Zur Vorbereitung von Inkasso-/Mahnverfahren, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegenüber dem Schuldner

 

Bürgel Nummer

Die Bürgel Nummer ist eine maschinell vergebene Nummer, die mit genau einem Unternehmen oder einer natürlichen Person auf der Bürgel Datenbank verbunden ist. Sie dient der eindeutigen Identifizierung von Unternehmen und Personen.

Datenanreicherung

Mittels unserer Datenanreicherung gleichen wir Ihre Adressdaten gegen unsere Datenbank ab. Bei Bedarf führen wir Adresskorrekturen und Adressergänzungen durch und reichern Ihre Kundenadressen mit wertvollen Zusatzinformationen an.

Debitorenmanagement

Werden die gesetzten Zahlungsziele bzw. Fristen nicht eingehalten, reagiert Bürgel sofort und nimmt in Ihrem Namen Kontakt mit dem Schuldner auf. Bürgel kümmert sich um den gesamten Prozess, sorgt für den pünktlichen Versand der kaufmännischen Mahnungen und überwacht permanent die von Ihnen vorgegebenen Zahlungsziele und Fristen.

Zusätzlich beraten wir Sie gern bei der Gestaltung Ihrer Mahnabläufe und zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Optimierung Ihrer Zahlungsströme achten müssen.

Eidesstattliche Versicherung

Die Eidesstattliche Versicherung (auch "Versicherung an Eides statt" oder "EV") ist ein Instrument in der Zwangsvollstreckung und bedeutet die Offenlegung der Vermögensverhältnisse des Schuldners, deren Richtigkeit der Schuldner an Eides statt zu versichern hat und die in der Folge in das Schuldnerverzeichnis einzutragen ist.

Das Zwangsvollstreckungsverfahren wurde modernisiert und das Verfahren zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung umbenannt: Es heißt seit 01.01.2013 Verfahren zur Abgabe der Vermögensauskunft. In das Schuldnerverzeichnis wird nun eingetragen, wer als Schuldner seiner Pflicht zur Abgabe der Vermögensauskunft nicht nachgekommen ist, bei dem die Vollstreckung offensichtlich zu keiner Befriedigung des Gläubigers führt oder der dem Gerichtsvollzieher nicht innerhalb eines Monats nach Abgabe der Vermögensauskunft die vollständige Befriedigung des Gläubigers nachweist.

Fälligkeit

Die Fälligkeit beschreibt den Zeitpunkt, ab dem der Gläubiger vom Schuldner die Begleichung seiner Forderung verlangen kann (z. B. Ausgleich der Rechnung). Sie ist nicht zu verwechseln mit Verzug.

Gerichtliches Mahnverfahren

Das gerichtliche Mahnverfahren ist ein vereinfachter, in der Regel schnellerer und kostengünstigerer Weg als das konventionelle Klageverfahren zur Durchsetzung von unbestrittenen Forderungen.

Haftanordnung

Die Haftanordnung (Haftbefehl) ist ein Instrument in der Zwangsvollstreckung. Sie ergeht nur, wenn ein Schuldner seinen ersten Termin zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung ohne Grund verweigert hat. Das Gericht kann zur Erzwingung der Abgabe auf Antrag einen Haftbefehl erlassen.

Inkasso

Der Begriff Inkasso leitet sich vom lateinischen „incassare“ ab und bedeutet Geld einziehen.

Inkasso Gläubiger

Gläubiger ist, wer aufgrund eines Schuldverhältnisses berechtigt ist, eine Leistung vom Schuldner zu fordern.

Nachtragsservice

Bürgel bietet seinen Kunden bei bestimmten Auskunftsprodukten innerhalb eines festgelegten Zeitraumes ein fortlaufendes Monitoring, den Nachtragsservice an. Der Zeitraum, in dem Nachträge erteilt werden können, rechnet sich ab Datum der ursprünglichen Auskunftserteilung und variiert produktabhängig. Nachträge werden geliefert, wenn Bürgel wesentliche Veränderungen in bestimmten Auskunftssegmenten bekannt werden. Nachtragsauslöser können Veränderungen in den Basis-, Rechtform-, Finanzlagedaten oder Bilanzen sein.

Payment Morality Index (PMI)

Der PMI verarbeitet Zahlungserfahrungen führender deutscher Unternehmen. Der Index wird für kleine und mittlere Unternehmen berechnet, sofern Zahlungserfahrungen vorliegen.

Berücksichtigt werden Ausstände ab Fälligkeit einer Rechnung. Der beste Wert des Index ist 100 und sinkt nach Häufigkeit und Dauer gemeldeter Zahlungsrückstände bis auf Null. Werden Rückstände ausgeglichen, erholt sich der Index. Je nach Tiefstand dauert dies zwischen einigen Wochen bis zu mehreren Monaten.

Der Index wird nur ausgegeben, wenn ausreichend relevante Meldungen über Zahlungsstörungen vorliegen.

Angegeben werden der aktuelle Wert und der Durchschnitt der letzten sechs Monate.

Einteilung des PMI

Scoring

Scoring ist ein auf mathematisch-statistischen Grundlagen beruhendes Prognoseinstrument. Das Ergebnis ist ein Punktwert (engl. Score). Dieser Score steht für die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Personengruppe bezogen auf den Zeitraum eines Jahres ein bestimmtes Verhalten zeigen wird.

Verband der Handelsauskunfteien

Der Verband der Handelsauskunfteien e.V. (VDH) ist ein Zusammenschluss von führenden Wirtschaftsauskunfteien in Deutschland. Zweck dieses Verbandes ist es, die Interessen der Auskunfteien durch einen freiwilligen Zusammenschluss von Unternehmen und Unternehmensverbänden, die in dieser Branche tätig sind, zu vertreten und zu fördern.

Webseite des Verbandes

Verjährung

Das Recht, von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen, unterliegt der Verjährung (§ 194 BGB). Nach Ablauf der gesetzlichen Verjährungsfrist kann der Verpflichtete die Leistung verweigern. Die Verjährung beseitigt einen Anspruch nicht, sie verhindert aber seine Durchsetzung. Die regelmäßigen Verjährungsfristen sind im BGB geregelt.

Verzug

Verzug bedeutet schuldhaftes Nichtleisten trotz Fälligkeit. Zahlungsverzug entsteht bei Rechnungen an Unternehmen nach Ablauf von 30 Tagen, berechnet vom Tag des Zugangs der Rechnung oder des Ablaufs einer gesetzten Zahlungsfrist. Dies gilt auch bei Rechnungen an Verbraucher, wenn der Verbraucher in der Rechnung darauf aufmerksam gemacht worden ist, dass er sich bei fruchtlosem Verstreichen der Zahlungsfrist auch ohne Mahnung in Verzug befindet.

Verzugsschaden

Als Verzugsschaden können alle Kosten des Forderungseinzugs geltend gemacht werden, die dem Gläubiger nach Eintritt des Verzugs entstanden sind. Ebenso können Zinsen auf die Forderungssumme selbst geltend gemacht werden. Die Höhe ist abhängig vom jeweils aktuellen Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank.

Zustellbarkeitsprüfung

Das Meldeamt erteilt lediglich Auskünfte aus dem Datenbestand. Bis zu 20% der Auskünfte der Einwohnermeldeämter sind für unsere Kunden nicht verwertbar. Die gesuchte Person mag dort gemeldet sein, ist aber in vielen Fällen dort nicht wohnhaft. In diesen Fällen entsteht erneut eine Postretoure, die wir mit einer Zustellbarkeitsprüfung vermeiden.

In wenigen Fällen kann Bürgel bereits auf elektronischem Wege die Zustellbarkeit sicherstellen. In den restlichen und somit meisten Fällen wird eine schriftliche Zustellbarkeitsprüfung durchgeführt. Es wird ein vorausverfügtes frankiertes Schreiben an die neue Adresse gesendet. Erhält Bürgel innerhalb einer gesetzten Frist den Brief nicht zurück, gilt die neu erhobene Anschrift als zustellbar. Beide Methoden gelten als die hochwertigsten heute verfügbaren Verfahren, um eine Zustellbarkeit sicherzustellen.

Together to the next level

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