Bonitätsprüfung sichert Internetgeschäfte
ConsumerScore für Konsumenten und Bonitätsindex für Unternehmen:
Automatisierte Bonitätsprüfung sichert Internetgeschäfte
Einkaufen ohne nervige Parkplatzsuche und Kaufhausgedränge – immer mehr Konsumenten, aber auch Firmen in Deutschland ordern Waren bequem im Internet. Das Online-Geschäft ist für die Versand- bzw. Handelshäuser wie auch den klassischen Einzelhandel zum bedeutenden zusätzlichen Vertriebskanal geworden. Der gesamte Online-Handel weist stetige Wachstumsraten auf. 2007 werden hier nach Einschätzung des Branchenverbandes HDE voraussichtlich 18,3 Milliarden € umgesetzt, 12 Prozent mehr als 2006. Deutschland nimmt damit einen Spitzenplatz unter den E-Commerce-Nationen ein. Rund 90 Prozent aller E-Commerce-Umsätze stammen aus dem Online-Handel mit Geschäftskunden. Viele Großhändler, aber auch Nischenanbieter nutzen diesen Trend und bieten ihr Sortiment oder Teile davon zur Onlinebestellung an.
Während für den privaten Konsumenten alle Register des Onlineverkaufs gezogen werden, mangelt es daran im Geschäftskunden-Handel noch häufig, so der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Nur 58 Prozent der Geschäftskunden finden auf den Internetplattformen die Ware, die sie suchen.
Das Onlinegeschäft ist ertragreich, aber auch besonders risikobehaftet. Der private oder geschäftliche Neukunde ist anonym, entsprechend oft bleiben Zahlungen vorläufig oder ganz aus. Und auch ein bekannter Kunde kann in Zahlungsnot geraten. Hinter der gesunkenen Zahlungsmoral stehen nicht selten Liquiditätsprobleme der Besteller oder deren Zahlungsunfähigkeit. Mit rund 800.000 eidesstattlichen Versicherungen, Haftanordnungen und Insolvenzen waren deutsche Haushalte, Selbstständige und Gewerbebetriebe im ersten Halbjahr 2006 belastet. Für das Gesamtjahr erwarten die Experten von BÜRGEL und Euler Hermes nur leichte Rückgänge.
Vor diesem Hintergrund ist für Online-Händler die schnell verfügbare und problemlose Überprüfung der Kundenbonität im Vorfeld jeder Auftragsannahme oder Warenlieferung von entscheidender Bedeutung, um sich vor Zahlungsausfällen zu schützen. Dazu bedarf es eines effizienten und leistungsfähigen Risikomanagements, das auf aussagekräftigen Informationen über Bestands- und Potenzialkunden basiert. Ein hierfür geeignetes Instrument stellen der sogenannte ConsumerScore für Konsumenten und der Bonitätsindex für Unternehmen dar. Wirtschaftsauskunfteien ermöglichen damit eine zuverlässige Prognose von Ausfallsrisiken. In die automatisierte Berechnung dieser Werte fließen Negativmerkmale wie Haftanordnungen, eidesstattliche Versicherungen, Insolvenzverfahren, titulierte Forderungen und Inkassoverfahren ein. Daneben stellen einigen Wirtschaftsauskunfteien positive und negative Zahlungserfahrungen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen zur Verfügung, die ebenfalls in die Zuordnung eines Scorewert bzw. des Bonitätsindex einfließen. Auf diese Informationen können Onlinehändler in der Regel über eine sichere Schnittstelle zugreifen, die die direkte Integration dieser Daten in den internen Entscheidungs-Workflow ermöglicht. Bei nachweislich positiv zu bewertenden Endkunden können die in Deutschland beliebten, kundenfreundlichen Zahlmethoden wie Rechnungskauf und Lastschriftverfahren angeboten werden. Anhand der professionell recherchierten Wirtschaftsdaten kann ein Unternehmen innerhalb kürzester Zeit und auf einen Blick erkennen, ob ein privater oder ein gewerblicher Kunde in der Lage ist, seine Zahlungsabsicht zu verwirklichen.
Von Unternehmensseite werden häufiger höherwertige Waren online gekauft als von Konsumenten. Speziell zur Minimierung der Risiken, die ein gemischtes Kundenportfolio im Internet-Massengeschäft birgt, entwickelte BÜRGEL ein Informationsprodukt, über das Kunden gleichzeitig auf die Personen- wie auf die Unternehmensdatenbank des Unternehmens zu greifen. Schließlich, so prognostiziert der BVDW, birgt der deutsche Onlinehandel ein Potenzial von insgesamt mindestens 100 Milliarden €.
Der Artikel ist erschienen im Handelsblatt News am Abend IKB Edition am 9. Januar 2007